Allgemeines zur Atmung

Der Atemmechanik wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die Nasenatmung und damit auch die Zwerchfellatmung sind uns in die Wiege gelegt. Genau so wie wir uns eine schlechte Körperhaltung aneignen, trainieren wir uns ebenfalls eine oft fehlerhafte Atemmechanik an. Das bedeutet, wir atmen mehr und intensiver als wir eigentlich müssten, und lösen damit im Körper negative Reaktionen aus.

Steuerung und Regulation der Atmung

Die Steuerung und Regulation der Atmung erfolgt unbewusst durch sensible Rezeptoren im Hirnstamm. Wir haben zwei Parameter, welche wir betrachten: die Atemfrequenz pro Minute und die Menge an Sauerstoff, die wir innerhalb einer Minute aufnehmen. Ein gesunder Erwachsener hat in der Regel eine Atemfrequenz von 10-12 (in Ruhe) und eine Sauerstoffaufnahme von 5-6 l / Minute. Menschen mit einer „gestörten Atemmechanik” können z. B. eine Atemfrequenz von 20 / Minute aufweisen.

So weit so gut, aber wo liegt jetzt das Problem, wenn ich „stärker” atme? Pumpe ich dann nicht mehr Sauerstoff ins Blut und werde leistungsfähiger?

Weit gefehlt: unser Blut ist schon maximal mit O2 angereichert und wir können durch eine verstärkte Atmung nicht noch mehr Sauerstoff aufnehmen.

Bei jedem Atemzug findet in den Kapillaren unserer Lunge ein sogenannter Gasaustausch statt, bei welchem CO2 (Ausatemgas) als Stoffwechselendprodukt entsteht. Steigt die Konzentration von CO2 im Blut, erhöht sich automatisch der pH-Wert des Körpers. Dies hat zur Folge, dass die sensiblen Rezeptoren des Hirnstamms reagieren, um den pH-Wert zu neutralisieren. 

Die entscheidende Komponente ist somit der CO2 – Gehalt: Je heftiger wir atmen, desto höher steigt dieser an und unsere Rezeptoren im Hirnstamm reagieren noch sensibler. Dies wiederum empfinden wir als Reiz / Stimulus wieder atmen zu wollen.

Symptome einer fehlerhaften Atemmechanik

Vielleicht kannst du eines oder mehrere Symptome bei dir selbst erkennen:

  • Du atmest auch in Ruhe oder bei leichter, gewohnter Aktivität durch den Mund?
  • Du atmest während des Schlafs durch den Mund und wachst morgens mit einem trockenen Mund auf?
  • Du schnarchst oder hast eine Schlafapnoe (Aussetzer der Atmung)?
  • Deine Initialbewegung während der Atmung betont die Brust und deine Atembewegungen sind auch in Ruhe sehr groß?
  • Du seufzt übermäßig häufig während des Tages?
  • Du hörst deinen Atem in Ruhe?
  • Du wachst häufiger mit leichten Kopfschmerzen auf, bist übermäßig schläfrig oder fühlst dich benommen?